3. März 2019

Podcast

Veränderungen sind unumgänglich und permanent. Jetzt sind wir jedoch mit einer Vielzahl von großen Veränderungen betroffen: Digitalisierung, Kliamwandel, Migration und Wertewandel stellen die Gesellschaft vor großen Herausforderungen, neue Gewissheiten entstehen. Zwischen Befürchtungen und Chancen bewegt sich der Umgang mit diesen Veränderungen. Aber was passiert derzeit wirklich? Welche Auswirkungen stehen uns bevor und welche Gestaltungsaufgabe müssen wir heute annehmen?

Diese Fragen diskutiere ich mit meinen Interviewpartnern in einem regelmäßigen Podcast.

17. April 2019

„Die Marktwirtschaft löst sich auf in einem Kampf von Einzelinteressen. Wir haben heute eine Marktgesellschaft, die sich die großen Fragen der Menschheit nicht mehr stellt.“ Dieses Interview ist nur für Hörerinnen und Hörer mit einem gefestigten Grundoptimismus zu empfehlen.

Ich traf den Wiener Sozialwissenschaftler und Jugendkulturforscher Prof. Bernhard Heinzlmaier in seinem Büro in Hamburg. Wir sprachen über die Veränderungsthemen unserer Zeit und was diese mit unserer Gesellschaft machen. Das Gas des Neoliberalismus ist, seiner Meinung nach, in alle Lebensbereiche eingedrungen und hat uns zu pragmatischen – ja – Fatalisten gemacht. Für die Menschheit sieht es schlecht aus, aber meine persönliche Zukunft sieht ganz gut aus. Diese demoskopisch messbaren Aussagen offenbaren unseren individuellen Blick und die Unfähigkeit, die Herausforderungen solidarisch und gemeinsam anzugehen. Es geht – wie auf dem Markt – nur um die Maximierung des individuellen Nutzens.

Und was bedeutet dieser Befund für die Demokratie und für die Parteien? Sie müssen mit einer optimalen Performance den maximalen Nutzen versprechen – die Zeit der großen Erzählungen ist vorbei. Und: Für die europäische Sozialdemokratie gibt es – seiner Meinung nach – langfristig wenig Hoffnung. Grundoptimisten müssen diese dystopische Sicht nicht teilen. Bernhard Heinzlmaier beschönigt nichts, sondern bringt eine scharfe Analyse auf den Punkt. Wenn wir meinen, aus dieser Dystopie eine Utopie machen zu wollen – müssen wir uns mit diesen Thesen auseinandersetzen.
Ich wünsche Ihnen reiche Erkenntnis beim Hören dieser Podcast-Folge. Und wie immer freue ich mich über Ihre Reaktionen.  

 

24. März 2019

Glück und Arbeit passen sicherlich nicht für jeden zusammen. Warum Glück jedoch in jedem Unternehmen gehört, habe ich mit der Glücksforscherin und Unternehmensberaterin Dr. Ricarda Rehwaldt diskutiert.
Glück hat eine gesellschaftliche Facette. Das Streben nach Glück findet sich in der Präambel der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung. Das individuelle Streben nach Glück setzt jedoch Freiheitsrechte voraus und – man könnte als Europäer hinzufügen – einen starken Sozialstaat, der diese Freiheitsrechte jedem ermöglicht.
Mit Ricarda Rehwaldt habe ich mich jedoch mit Glück im Kontext von Arbeit unterhalten. Und – wie sich herausstellte – hat dies eine starke betriebswirtschaftliche Komponente. Wer möchte nicht in einem Unternehmen arbeiten, welches das Streben nach Glück ermöglicht? Für die Personalgewinnung wird das künftig ein wichtiges Argument sein. Aber wie setzt man Glück am Arbeitsplatz um? Welche Voraussetzungen braucht es dafür? Und warum schafft unserer Bildungssystem wenig glückliche Menschen – die wir in Zeiten von Veränderungen doch so dringend brauchten?
Diese und andere Fragen habe ich mit Ricarda Rehwaldt diskutiert. Ich wünsche viel Spaß beim Hören.

 

14. März 2019
30 Jahre nach der Friedlichen Revolution wählen Ost und West sehr unterschiedlich. Woran das liegt, habe ich dem emeritierten Prof. Oskar Niedermayer (FU Berlin) gefragt. Ich traf den renommierten Parteienforscher am Rande einer Veranstaltung in Wittenberg.
Diesmal schauen wir nochmal zurück auf den Trend der Wahlentscheidungen vor allem in den ostdeutschen Bundesländern. Ich habe ihn gefragt, warum die SPD vor allem in Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt so schwach ist und was die SPD tun muss, um wieder mehr Zustimmung zu bekommen.
Prof. Niedermayer stützt sich auf Zahlen von Meinungsforschungsinstituten, wenn er der Flüchtlingsfrage in Deutschland immer noch eine hohe Bedeutung zu misst. Allerdings muss man diese Werte auch richtig zu deuten wissen. Wie die Parteien mit diesem Thema besser umgehen sollten? Das habe ich ihn auch gefragt.

 

08. März 2019
In der zweiten Folge habe ich mich mit dem Politikpsychologen Prof. Thomas Kliche (Hochschule Magdeburg-Stendal) über die gesellschaftliche Psychologie von Veränderungen unterhalten. Er nimmt in dem Gespräch bezug auf seine qualitativen Forschungsergebnisse, die er in der Altmark mit ehrenamtlich Engagierten und Kita-Erzierher*innen in den 90er Jahren geführt hat. Wir diskutieren auch darüber, wie eine Gesellschaft zu anderen gesellschaftlichen Vorstellungen kommen könnte und wie wichtig Selbstwirksamkeitserfahren für eine lebendige Demokratie sind.

 

03. März 2019
In der ersten Folge schaue ich zurück. Gemeinsam mit dem ehemaligen Magdeburger Oberbürgermeister Dr. Willi Polte schaue ich zurück auf eine kurze Zeit größter Veränderungen: Auf den Herbst 1989 bis zur Deutschen Einheit und auf die 90er Jahre. In kürzester Zeit mussten die Menschen in der ehemaligen DDR mit vielfachen dispruptiven Veränderungen zurecht kommen. Gewissheiten galten von einem auf den anderen Tag nicht mehr. Was können wir aus dieser Zeit lernen?